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Foto: Christian Schwier/fotolia

Soziale Berufe

Mit Menschen.

„Was mit Menschen“ – eine gängige Formulierung, wenn es um die Frage: Was willst du mal beruf­

lich machen? geht.

Aber was genau sind denn Berufe mit Menschen? Und, mal andersrum betrachtet:

Welche sind es denn nicht? Ein Lehrer hat mit Menschen zu tun, ein Sozialarbeiter ganz klar auch.

Aber auch die Kauffrau für Versicherungen und Finanzen, die Kaufleute im Handel, die Steuerfach­

angestellten, selbst Schornsteinfeger verbringen zwar viel Zeit allein auf dem Dach, haben aber auch

immer viel mit Kunden zu tun. Und bis auf die Selbstständigen, die zuhause allein in ihrem Kämmer­

chen sitzen, haben die meisten Menschen ja auch Mitmenschen, die mit ihnen arbeiten.

Aber trotzdem gibt’s die Kategorie: Soziale Berufe.

Die lässt sich zwar nicht ganz klar von anderen

Berufszweigen trennen, hat aber ein paar Merkmale, die sie dann doch wieder von anderen unter­

scheidet. Kleines Beispiel: Einen Kunden zu beraten, ist etwas anderes, als einen fremden Menschen

zu waschen. Wichtig für alle, die sich für einen Beruf mit Menschen interessieren, ist also zu gucken,

wie nah man fremden Menschen eigentlich kommen möchte und in welchem Bereich. Möchte ich

mit Kindern zu tun haben? Mit Jugendlichen? Mit Erwachsenen oder lieber mit älteren Menschen?

Mich um Kranke kümmern? Menschen mit körperlichen oder/und geistigen Beeinträchtigungen un­

terstützen? Eher im Bereich Kultur oder vielleicht doch im Kaufmännischen? Möchte ich betreuen,

pflegen, erziehen oder beraten? Und wo möchte ich eigentlich arbeiten? In einem großen Team in ei­

ner sozialen Einrichtung? Mit einzelnen Menschen oder mit Gruppen? Ziehe ich es vor, viel unterwegs

zu sein und meinen Arbeitstag selbst zu bestimmen?

Mindestens genauso wichtig ist dann, bei sich selbst mal eine kleine Bestandsaufnahme zu machen

und aufzulisten, was denn an Fähigkeiten und Interessen zusammenkommt.

Wer im sozialen Bereich

arbeiten möchte, braucht natürlich und auf jeden Fall sehr gut ausgeprägte soziale Kompetenzen, wo­

bei Einfühlungsvermögen, Offenheit und Geduld ganz oben auf der Liste stehen. Ein leichtes

Helfersyndrom schadet sicher auch nicht, aber: Man muss auch wissen, wie man nach der Abreit ab­

schaltet und darf sich die Schicksale anderer nicht zu sehr zu Herzen nehmen. Gerade in den pflege­

rischen Bereichen etwa gehören schwere Krankheiten und auch das Sterben eben zum Berufsalltag

dazu. Und auch die körperliche Belastung ist nicht zu unterschätzen; Altenpfleger wissen, dass sie ei­

nen starken Rücken brauchen, Erzieherinnen dürfen zwar verspielt, aber auf keinen Fall geräuschemp­

findlich und Sportlehrer eben bitte auch selbst fit sein.

Bei aller Begeisterung, die allein reicht nicht aus.

Soziale Berufe darf man fachlich nicht unterschät­

zen. Ob in der Schule, im Krankenhaus, im Pflegeheim, in einer Beratungsstelle, in einem Rehazentrum

oder bei Menschen zuhause – wer sich um andere Menschen kümmert, muss wissen, was er tut. Das

schließt regelmäßige Weiterund Fortbildungen ein. „Das ist nichts, was man macht, weil man nichts

Besseres gefunden hat.“ Darin sind sich nicht nur die Azubis und Berufsschüler in diesem Heft einig.

(mü)